7. Forschungsrahmenprogramm der EU

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Am 1. Januar 2007 startete das bisher größte Finanzierungsprogramm der EU für Forschung und technologische Entwicklung, das Siebte Rahmenprogramm (RP7). Es läuft über einen Zeitraum von sieben Jahren von 2007 bis 2013 und ist mit einem Gesamtbudget in Höhe von 50.521 Mrd. Euro ausgestattet.

Beratungsstrukturen zum 7. Forschungsrahmenprogramm in Deutschland

Das EU-Büro des BMBF ist die allgemeine Anlaufstelle für übergreifende Informationen und Fragen zum Forschungsrahmenprogramm der EU. Ziel ist es, Interessenten über Fördermaßnahmen, Projektformen und Instrumente, Antrags- und Begutachtungsverfahren, Beteiligungsregeln und Vertragsmodalitäten zu informieren und ggf. an geeignete Ansprechpartner für die thematischen Prioritäten zu vermitteln.

Nationale Kontaktstellen (NKS) dienen Interessenten, Antragstellern und Projektdurchführenden als zentrale Anlaufstelle für die einzelnen thematischen Bereiche des Forschungsrahmenprogramms.

Das "Enterprise Europe Netzwerk" (EEN) bietet bietet Unternehmen - und speziell KMU, wirtschafts- und forschungsnahen Einrichtungen sowie Hochschulen Unterstützung bei Fragen im Zusammenhang mit der Europäischen Union. Inhaltliche Schwerpunkte sind die Information und Beratung, insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen über den Europäischen Binnenmarkt sowie die Unterstützung der Internationalisierungsbemühungen mittelständischer Unternehmen. Darüber hinaus soll der Wissens- und Technologietransfer unterstützt  und Unternehmen über Fördermöglichkeiten aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union beraten werden.
Unter dem Dach von EEN werden die Leistungen der bisher nebeneinander existierenden Netzwerke "Euro Info Center" und "Innovation Relay Center" miteinander verknüpft. Das neue Netzwerk kann sich auf den langjährigen Erfahrungsschatz der bisherigen Anlaufstellen stützen. Das neue "Enterprise Europe Network" hat 55 Anlauf- und Beratungsstellen in ganz Deutschland, die ihrerseits unter dem Dach je eines "Konsortiums" in jedem Bundesland zusammengeführt sind.

Die Nationale Kontaktstelle für KMU-Maßnahmen ist ein Sonderprojekt im Rahmen des EEN, mit dem kleine und mittlere Unternehmen bei der Antragstellung in Bezug auf das Europäische Forschungsrahmenprogramm unterstützt werden sollen. Sie ist Erstansprechpartner für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) speziell zu dem   Förderinstrument "Forschung zu Gunsten von KMU". Dabei  soll  über den Mechanismus der Auftragsforschung mehrerer KMU an mehrere Forschungsorganisationen die Zusammenarbeit zwischen diesen stimuliert  werden.


Struktur des 7. Forschungsrahmenprogramms

Das Rahmenprogramm wird durch vier spezifische Programme umgesetzt:

Zusammenarbeit (Kooperation)

Das Programm "Zusammenarbeit" soll es Europa ermöglichen, eine Führungsstellung in wissenschaftlichen und technologischen Schlüsselbereichen einzunehmen. Zu diesem Zweck wird die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Industrie, Forschungszentren und Behörden in der gesamten Europäischen Union sowie dem Rest der Welt unterstützt. Die neun vorgeschlagenen Themenbereiche entsprechen den für den wissenschaftlich-technologischen Fortschritt wichtigsten Gebieten, in denen die Spitzenforschung gestärkt werden soll, damit Europa seinen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, ökologischen und industriellen Herausforderungen gewachsen ist. Themenschwerpunkte sind:

  • Gesundheit
  • Lebensmittel, Landwirtschaft und Biotechnologie
  • Informations- und Kommunikationstechnologien
  • Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien
  • Energie
  • Umwelt (einschließlich Klimaänderung)
  • Verkehr (einschließlich Luftfahrt)
  • Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften
  • Sicherheit und Weltraum
Ideen (ERC)

Mit dem Programm "Ideen" soll der Europäischer Forschungsrat (ERC) zur europaweiten Förderung kreativer Wissenschaftler, Ingenieure und Akademiker eingesetzt werden. Der ERC ergänzt die thematischen Bereiche des Rahmenprogramms mit Fördermaßnahmen, die es Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen erlauben, Projektvorschläge völlig themenoffen und ohne unmittelbare Anwendung durchzuführen. Gefördert werden Starting Independent Researcher Grants (für Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen ab 2 bis 8 Jahre nach der Promotion) und Advanced Investigator Grants.

Menschen (Marie-Curie-Programm)

Ziel des Programms "Menschen" ist die qualitative und quantitative Stärkung des europaweiten Potenzials der Akteure in Wissenschaft und Forschung. Es soll Anreize bieten, die Forschungslaufbahn einzuschlagen und zu durchlaufen, Forscher ermutigen, in Europa zu bleiben, und die besten Köpfe dazu bewegen, nach Europa zu kommen.

Kapazitäten

Das Programm "Kapazitäten" dient der Verbesserung der Forschungs- und Innovationskapazitäten in ganz Europa. Hierzu gehören neue Forschungsinfrastrukturen, die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, die Entwicklung von wissensorientierten Regionen, die Ausschöpfung des Forschungspotenzials in Konvergenzregionen und in Regionen in äußerster Randlage sowie die bessere Verzahnung von Wissenschaft und Gesellschaft.



Die wichtigsten Förderinstrumente im 7. Forschungsrahmenprogramm

Für die Projektdurchführung im 7. FRP werden so genannte Förderformen (funding schemes) definiert, die zum Teil den Förderinstrumenten im 6.FRP entsprechen.

Verbundprojekte

Ziel der Verbundprojekte ist die Bildung von Konsortien, in denen Partner aus verschidenen Ländern an der Entwicklung neuen Wissens, neuer Technologien, Verfahren und Dienstleistungen zusammen arbeiten. Die Größe der jeweiligen Projekte und ihre interne Organisation sind abhängig vom jeweiligen Bereich und von den Anforderungen des zu behandelnden Forschungsgegenstandes.

Exzellenznetze 

Unterstützt wird insbesondere die Schaffung von Grundlagen für eine dauerhaft angelegte Kooperation auf Basis einer förmlichen Verpflichtung aller Projektpartner zur Integration ihrer Ressourcen in ein gemeinsames Projekt. Ziel dieser Projektform ist die Strukturierung der europäischen Forschung sowie die Stärkung und Verbreitung von Exzellenz. Angestrebt wird die Schaffung eines "virtuellen Exzellenzzentrums", in dem die Projektpartner ihre Kompetenzen und Forschungsanstrengungen gezielt bündeln, austauschen und nutzen können. 

Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen

Ziel dieser Maßnahmen ist die Vernetzung der Projektpartner mit Hilfe von Konferenzen, Seminaren, Studien, Analysen, gemeinsamen Initiativen, Erfahrungsaustausch sowie der Entwicklung gemeinsamer Informationssysteme.

ERA-NET und ERA-NET+

Über das ERA-Net-Instument finanziert die EU-Kommission ausschließlich Aktivitäten zur Koordinierung, Vernetzung und Öffnung nationaler/ regionaler Förderprogramme, wie z. B. den systematischen Austausch von Informationen und Best Practice, die Durchführung gemeinsamer Ausschreibungen bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Förderprogramme. Bei ERA-NET PLUS handelt es sich um eine Fortentwicklung des ERA-NET-Programms für das 7. FRP. Es sollen ERA-Net-Projekte, die einen gemeinsamen Fördertopf etablieren, zusätzliche Finanzmittel durch die KOM erhalten (sog. "top-up funding" für gemeinsame Ausschreibungen).    

Vollständige Übersicht über alle Förderinstrumente im 7. FRP: http://www.forschungsrahmenprogramm.de/instrumente.htm